Pfeffer ist ein wunderbares Gewürz für Fleisch und ein wichtiger Bestandteil einiger unserer BBQ- und Grillgewürze. Deshalb wollen wir Euch auf eine Reise dorthin mitnehmen – dorthin, wo der Pfeffer wächst.
Wir sind auf dem Weg in das Dorf Churuli in der südindischen Provinz Kerala . Und wir lernen schnell, dass das Sprichwort „dahin, wo der Pfeffer wächst“ nicht von ungefähr kommt. Mit dem Jeep fahren wir immer tiefer in den Urwald hinein, bis wir nach etwa zwei Stunden unser Ziel erreichen.
Hier, abgeschieden von Straßen und angrenzenden Dörfern, leben die Einwohner von Churuli – Nachfahren des Kurichiya-Stammes – im Einklang mit jahrtausendealten Traditionen. Der Name Kurichiya setzt sich aus den Begriffen für Ziel (Kuri) und Volk (Chiya) zusammen und verweist auf die legendären Fähigkeiten ihrer Vorfahren als Bogenschützen. Historisch spielten sie eine wichtige Rolle im Widerstand gegen die britischen Kolonialherren unter der Führung von Pathassi Raja.
Heute sind die Kurichiya vor allem in der Landwirtschaft tätig. Sie gehören zu den geschützten Stammesgruppen Keralas und sind bekannt für den Erhalt traditioneller Anbaumethoden, die auf dem Wissen ihrer Vorfahren basieren.
Churuli hat rund 300 Einwohner, darunter etwa 30 Bauernfamilien mit eigenem Land. Gemeinsam bewirtschaften sie rund 100 Hektar. Während ein Teil für den Reisanbau genutzt wird, wachsen auf den übrigen Flächen Kokospalmen, Obst, Gemüse, Kaffee, Kakao und zahlreiche Gewürze in einer artenreichen Mischkultur, die die natürliche Biodiversität erhält.
Neben Ingwer, Kurkuma, Chili und Muskatnuss wird hier vor allem Pfeffer angebaut.
Als „Schwarzes Gold“ und „König der Gewürze“ ist Pfeffer eine der wichtigsten Einnahmequellen für die Bauern. Rund 80–90 % der indischen Pfefferproduktion stammt aus Kerala, und Pfeffer ist einer der bedeutendsten Arbeitgeber der Region.
Während viele Produzenten heute auf ertragreiche Hybrid-Sorten in Monokulturen setzen, werden in Churuli traditionelle Pfeffersorten in Mischkultur angebaut. Diese sind perfekt an Klima und Böden angepasst, widerstandsfähiger gegen Krankheiten und fördern gleichzeitig die ökologische Vielfalt.
Die Bauern greifen dabei auf jahrhundertealtes Wissen zurück. Die Arbeit erfolgt größtenteils von Hand, gedüngt wird natürlich, und die Landwirtschaft folgt ganzheitlichen Prinzipien, die Mensch, Boden und Pflanzen als ein gemeinsames Ökosystem verstehen.
Pfeffer ist eine Kletterpflanze und wächst an Bäumen empor, die als natürliche Stütze dienen. Je nach Sorte unterscheiden sich Blätter, Wachstum und Verwendung – einige werden sogar für medizinische Zwecke genutzt.
Der Erntezeitpunkt entscheidet darüber, welche Pfefferart entsteht.
Grüner Pfeffer
wird unreif geerntet und gefriergetrocknet, wodurch sein frisches, mild-fruchtiges Aroma erhalten bleibt.
Für roten Pfeffer reifen die Beeren vollständig aus, wodurch sie eine intensivere Schärfe und eine leicht süßliche Note entwickeln.
Für schwarzen Pfeffer werden die Beeren geerntet und anschließend in der Sonne getrocknet. Dabei sorgt ein natürlicher Fermentationsprozess für die dunkle Farbe und das komplexe Aroma.
Weißer Pfeffer entsteht, indem nach der Fermentation die äußere Schale entfernt wird. Das Ergebnis ist eine besonders klare, intensive Schärfe.
Wir sind beeindruckt vom Wissen der Kurichiya und ihrer tiefen Verbundenheit mit der Natur. Durch faire Handelsstrukturen und Bio- sowie Rainforest-Alliance-Zertifizierungen können die Bauern ihre Lebensbedingungen verbessern, in Bildung und Infrastruktur investieren und gleichzeitig ihre traditionellen Anbaumethoden bewahren.