Unsere Geschichte: Wie aus einer Idee eine Manufaktur mit Seele wurde
Wir, Boris und Meret, waren selbst Teil des globalen Handels – bei Unilever, in der Einkaufsabteilung, mit Verantwortung für Nachhaltigkeitsprogramme. Auf dem Papier klang alles gut: Wir sollten Landwirtschaft Betreibende unterstützen, faire Strukturen aufbauen. Doch die Realität sah anders aus: Jährliche Kostensenkung. Zahlungsziele von bis zu 180 Tagen. Und irgendwann sagten uns die Beschäftigten ganz offen:
„Wir haben schon alles optimiert. Jeder Cent weniger geht direkt von unserem Einkommen ab.“
Da wurde uns klar: Ein System, das auf Kostenoptimierung aufbaut, kann nie wirklich fair sein – selbst wenn es zusätzliche Nachhaltigkeitsprogramme gibt. Gewinnen können in diesem System selten diejenigen, die den Boden bestellen.
🌿 Ein Jahr, das alles veränderte
Zehn Projekte. Drei Kontinente. Unzählige Gespräche. Wir brachen auf, um zu verstehen: Wie entstehen nachhaltige Gewürze wirklich? Ein Jahr lang reisten wir durch Indien, Indonesien, Sri Lanka, Sansibar, Guatemala und Europa. Wir wollten wissen:
• Wie leben die Menschen, die Pfeffer, Zimt oder Kardamom anbauen?
• Was brauchen sie, um gut und sicher leben zu können?
• Wo gehen Qualität und Aroma verloren?
• Und wie kann ein Handel aussehen, bei dem alle gewinnen?
Diese Reise war der Moment, in dem SoulSpice geboren wurde.
Der erste Schritt – und warum wir einfach loslegten
Im Dezember 2016 gründeten wir SoulSpice. Warum ausgerechnet im Dezember? Weil wir naiv dachten: „Weihnachten ist die perfekte Zeit – da kauft doch jeder Gewürze!“ Spoiler: Niemand kaufte. Unser kleiner Stand in der Markthalle IX in Berlin war oft leer. Wir packten Bestellungen nach Feierabend, klebten Etiketten von Hand und fragten uns immer wieder: „Was tun wir hier eigentlich?“
Aber die klare Antwort begleitete uns: Wir wollten Gewürze in die Welt bringen, die nicht nur schmecken, sondern auch Gutes bewirken. Gewürze, bei denen die Landwirtschaft Betreibenden fair bezahlt werden. Gewürze, die eine Geschichte erzählen. Also machten wir weiter – auch wenn es manchmal aussah, als würden wir gegen Windmühlen kämpfen.
Unsere erste eigene Manufaktur – mit zwei Leuten und viel Herzblut
2019 war das Jahr, in dem wir unsere erste Manufaktur in Bad Tölz eröffneten. Zwei Leute, ein Raum, ein Traum. Wir mahlten, mischten, verpackten – alles per Hand. Keine Maschinen, keine Abkürzungen. Nur die Überzeugung: Gute Gewürze brauchen Zeit und Sorgfalt.
Dann kam 2020. Covid traf uns hart. Unsere Restaurantkund:innen brachen weg - und plötzlich stand alles auf dem Spiel. Doch dann passierte etwas Unerwartetes: Unser Online-Shop explodierte. Privatkundschaft entdeckte SoulSpice – und wir entdeckten, wie wichtig es ist, direkt mit den Menschen zu sprechen, die unsere Gewürze lieben.
Wachstum, Frankreich – und die Frage: Wie bleiben wir uns treu?
Ab 2022 ging es bergauf. Immer mehr Köch:innen – von Sterneküchen bis zu kleinen Restaurants – setzten auf uns. „Eure Gewürze sind so intensiv, wir brauchen 30 % weniger!“ hörten wir oft. Das war unser größtes Kompliment.
Ende 2023 wagten wir den Sprung nach Frankreich – mit einem Standort in Joncy. Warum? Weil Meret dort aufgewachsen ist und wir nah bei unseren zukünftigen französischen Kund:innen sein wollten. Lokal produzieren, lokal liefern. Doch je mehr wir wuchsen, desto enger wurde es in Bad Tölz. Plötzlich waren wir sieben Festangestellte – plus 15 Menschen in Rehabilitation, die bei uns eine neue Chance fanden.
Kißlegg – unser nächstes Zuhause
Im Februar 2026 stand der nächste große Schritt an: Unsere neue Manufaktur in Kißlegg. Hier wird unser Geschäft mit Gläschen seine Heimat finden – das Befüllen der Gläser, der Versand, die Abwicklung der Bestellungen. Warum? Weil wir Platz brauchen – für mehr Handwerk, mehr Qualität, mehr Menschen, die bei uns eine Perspektive finden.
Und vor allem: Weil wir weiter wachsen möchten – aber auf unsere Art. Ohne Kompromisse. Ohne Hektik. Mit demselben Anspruch, der uns 2016 motiviert hat, anzufangen.
Warum wir das alles tun
Weil wir glauben, dass gutes Essen die Welt verändert. Weil wir wissen, dass hinter jedem Gewürz Menschen stehen – Bäuer:innen, die fair bezahlt werden sollten. Handwerker:innen, die mit Stolz arbeiten. Und Kund:innen, die wieder spüren wollen, was echte Qualität ist.
Wir sind nicht perfekt. Aber wir sind ehrlich. Wenn wir etwas nicht fair oder nachhaltig tun können, dann lassen wir es. Punkt.
SoulSpice – das sind Gewürze, die nicht nur schmecken, sondern auch etwas bewegen.
Und du? Du bist ein Teil dieser Geschichte. Danke, dass du dabei bist!

